• Sasha Bornemann

Endlich wieder Proben!

Seit über einer Woche bin ich inzwischen wieder in Rheinbach und darf mit Kolleg*innen singen, tanzen und spielen - auf einer Bühne! Es fühlt sich nach all dem, was dieses Jahr uns bisher geboten hat, fast an wie ein kleines Wunder. Und es ist nach wie vor eine ganz neue Herausforderung, denn zusätzlich zu dem normalen Probenprozess müssen sich Gedanken um ganz unbekannte Dinge gemacht werden: Da ist zum einen das Hygienekonzept, das die Zuschauer*innen schützen soll, mit dem wir Darsteller*innen erstmal weniger zu tun haben und welches sich für uns vermutlich vor allem dadurch bemerkbar macht, dass Einlass und Pause sich etwas in die Länge ziehen werden und natürlich dadurch, dass leider der Publikumsbereich nicht voll besetzt werden wird. Auch die direkten Interaktionen mit dem Publikum müssen gestrichen werden. Es wird keine Verfolgungsjagden durch den Publikumsbereich geben und wir dürfen nichts eigenhändig an die Kinder verteilen. Aber wir wollen uns gar nicht beschweren, die Hauptsache ist, dass die Aufführungen überhaupt wieder möglich gemacht werden können und für alle inszenatorischen Ideen, die nicht umgesetzt werden dürfen, gibt es alternative Ideen, die gut funktionieren werden.

Was für uns erstmal die größere Herausforderung war, sind die Hygienevorschriften auf der Bühne. Denn auch hier heißt es: Abstand halten! Für mich in der Rolle als eingebildeter Kater Kralle lässt sich das gut ins Spiel einbinden. Schwieriger sah das Ganze in den Szenen von Bürgermeister Ziegenbein und seinen zwei Kindern aus. Auch die Stadthexe darf dem Kind nicht zu nahe kommen, wenn es weinend mit gebrochenem Arm vor ihr sitzt. Keine Umarmungen - trösten auf Distanz. Wir hatten vor Probenstart selbst Schwierigkeiten, uns das so richtig vorzustellen. Doch nach den ersten Proben waren wir überrascht, denn es funktioniert!

Natürlich heißt das nicht, dass wir nicht dem Moment entgegen fiebern, in dem wir wieder eine reale Nähe auf der Bühne aufbauen dürfen und unseren Spielimpulsen frei folgen dürfen. Dennoch sind wir dankbar, wieder da zu sein, gemeinsam etwas aufzubauen und schon am kommenden Samstag strahlenden Kinder- und Elternaugen präsentieren zu dürfen, was wir erschaffen haben.


Die letzte Woche war intensiv, diese Woche ist es noch einmal genauso. Zwei Wochen haben wir insgesamt Zeit, um das 80-Minuten-Stück DIE KLEINE STADTHEXE auf die Bühne zu bringen. Die erste Hälfte ist bereits komplett einstudiert, in der zweiten Hälfte fehlen noch ein paar Szenen, wir liegen gut im Plan. Choreographien und Chorsätze werden langsam sicher und nach und nach werden nun die letzten Requisiten und Kostümteile eingebaut. Gestern ist die Technik eingetrudelt, in den Zeitungen finden sich die ersten Vorankündigungen. Es fühlt sich gut an, ich freue mich riesig!


Nach den ersten Zwei STADTHEXEN Aufführungen am Samstag und Sonntag wird es dann nächste Woche nochmal spannend für uns. Da wir auch den WUNDERVOLLEN ZAUBERER VON OZ am 29. und 30.08. wieder auf die Bühne bringen werden, geht es an die Wiederaufnahmeproben. Und hier stellen uns die Hygienevorschriften nochmal vor eine ganz andere Herausforderung. Das Stück wurde ja bereits inszeniert. Geplant war, innerhalb von drei Tagen alles gemeinsam wieder zu erinnern und dann wie gewohnt damit auf die Bühne zu gehen. Aber in dieser gewohnten Inszenierung wurde natürlich nicht auf einen Abstand zwischen den Darsteller*innen geachtet. Wer hätte das letztes Jahr schon ahnen können. Es wird sich viel umarmt, auf die Schulter geklopft, Huckepack genommen, aneinander gekuschelt. Und all diese Elemente werden wir nun innerhalb von drei Probetagen eliminieren müssen, ohne dass das Stück an seiner Liebenswürdigkeit verliert. Wir werden das schaffen, daran besteht gar kein Zweifel. Aber spannend bleibt es allemal....



Unsere Termine im Überblick


DIE KLEINE STADTHEXE

15., 16., 22., 23. August jeweils 16 Uhr


DER WUNDERVOLLE ZAUBERER VON OZ

29., 30. August jeweils 16 Uhr


Alle Aufführungen finden open-air im kleinen Amphitheater des Freizeitpark Rheinbach statt.

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© 2020 by Sasha R. Bornemann

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